Modern Jazz
11 - 03719011
Modern Jazz
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Where The Spirits Eat (150g Vinyl)

Merkliste
Zusammenfassung

Es war einmal einfach, Jazz zu kategorisieren. Musiker wählten oder wurden einem einzigen Subgenre zugeordnet und wurden von da an einfach als „dieser“ Musiker bezeichnet (Bebop, Swing, Traditional usw.). Die Zeiten haben sich geändert, und der junge schwedische Trompeter und Kornettist Tobias Wiklund ist ein perfektes Beispiel für eine neue Art von Musiker, die weder leicht zu klassifizieren noch schwer zu identifizieren sind. Seine große Anerkennung für ein breites Spektrum musikalischer Genres geht auf seine Kindheit zurück. Wiklund wurde 1986 in Schweden geboren und wuchs in Gävle auf - einer Stadt mit einer starken musikalischen Identität. Er interessierte sich schon früh für Jazz und andere nichtklassische Genres, aber als er ein Louis Armstrong-Album von seinem Vater erhielt, verliebte er sich zuerst in die Trompete. Er sagte, dass es nicht das war, was Armstrong spielte, was ihn dazu brachte, sich dem Blechblasinstrument anzunehmen, sondern die Energie im Spiel. Mit dieser Energie hat Wiklund während seiner gesamten Karriere weitergearbeitet.

Nach einem Musikstudium in Schweden zog der 20-jährige Tobias nach Kopenhagen, um seine Ausbildung am Rhythmic Conservatory fortzusetzen, und wurde schnell zu einem festen Bestandteil der Jazz-Community der Stadt. Er ist ein gefragter Musiker und vor allem als Trompeter in Schweden und Dänemark bekannt. In den Trompetenabschnitten der DR Big Band und des Stockholm Jazz Orchestra fand er häufig Anklang. Wenn er jedoch in kleineren Gruppen spielt (z. B. im gefeiertem Quintett des norwegisch/dänischen Schlagzeuger Snorre Kirks; in den Projekten von Kira Skov und Maria Faust; oder wie hier bei seiner eigenen Band), wendet er sich immer seinem bevorzugten Instrument zu - dem Kornett. Das Kornett ist dunkler und weniger eckig als die Trompete, und Wiklunds persönlicher Ausdruck beruht auf dieser Wahl des Horns. In den frühen Tagen des Jazz war es genauso üblich wie die Trompete, aber in der modernen Zeit spielen es nur wenige.

Mit einer großen Liebe zu vielen Musikformen bewegt sich Wiklund frei zwischen modernem künstlerischem Ausdruck und traditionellem Klang. Bei seinem Debüt als Leader hat er ein Repertoire von 11 Songs zusammengestellt, darunter neun Originale, die sich mit intensivem Minimalismus, schönen Balladen und wegweisendem, swingendem Jazz befassen. Die Zuhörer werden auch zwei Songs finden, die durch Louis Armstrong, bekannt wurden: Song of the Vipers und Weather Bird, als Tribut an „die Vergangenheit“. Tobias hat eine einzigartige Fähigkeit, sich auf eine Geschichte zu beziehen und sich auf sie zu stützen, ist aber auch ein sehr persönlicher Musiker, dessen Stimme auf einer ausdrucksstarken Herangehensweise, einer großartigen Technik und einem unglaublich schönen Klang auf seinem Instrument aufgebaut ist.

Auf diesem Album sind Energie und Swing die Antriebskraft von Wiklund und seinen Mitmusikern - insbesondere eine freie und offene Interpretation von „Swing“, die nicht von der Rhythmusgruppe abhängt, die sich unisono vorwärts bewegt. Der Bass muss nicht immer in einem festen Tempo laufen, die Drums müssen nicht weiter spielen, sondern um den Beat herum, und das Klavier muss nicht im traditionellen Sinne begleitet werden. Wiklund erinnert die Hörer daran, dass die Energie in der Musik nicht überbewertet oder übertrieben werden muss. Genauso oft findet man Energie zwischen den Zeilen und in der Freiheit der Bandmitglieder, eine spontane Idee zu verfolgen. Diese Freiheit wird durch die tiefe persönliche und musikalische Vertrautheit ermöglicht, die zwischen Wiklund und den anderen Mitspielern offensichtlich ist - dem schwedischen Schlagzeuger Daniel Fredriksson und den beiden Dänen, dem Bassisten Lasse Mørck und dem Pianisten Simon Toldam, die für ihre Beiträge in der improvisierten Musik bekannt sind. Der rundere und dunklere Ton von Wiklund hindert ihn nicht daran, zeitweise in blendenden Kaskaden auf seinem Instrument aufzubrechen. Diejenigen, die schwedischen Jazz mit melancholischer Folk-Musik in Verbindung bringen, sind falsch, wenn sie der Meinung sind, dass sie mit Wiklund dies erwarten können. Er bietet so viel mehr und scheint den gesamten Jazz, seine gesamte Geschichte und all seine Facetten des Ausdrucks anzunehmen.

Titel
  • Where The Spirits Eat
  • Dancing To The Drum Of No Conscience
  • Song Of The Vipers
  • Smoke
  • The Janitor
  • Mycket Viktigt Meddelande
  • Weather Bird
  • Beefroot Interlude
  • Beefroot
  • Saved By You
  • Waking Up On Buffalo Hill
  • City In The Sky