Latin Jazz
35 - 06159989
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Together Again (Juntos Otra Vez)

Merkliste
Zusammenfassung

Die Besetzungsliste von "Together Again" (Juntos Otra Vez)" liest sich wie ein "Who's Who" der heutigen Latin-Szene. Für das prächtige vierte US-Album konnte Posaunist Juan Pablo Torres lauter namhafte Mitstreiter gewinnen. Hier spielen ausschließlich versierte Instrumentalisten auf, die ihre Klasse bereits vielfach in anderen Projekten unter Beweis gestellt haben. So konnte sich etwa Pianist Jesús "Chucho" Valdés als Gründer des kubanischen Spitzenor-chesters Irakere einen Namen machen. In der Vita von Bassist Andy Gonzalez stehen Enga-gements bei Prominenzen wie John Tchicai, Milton Cardona, Kip Hanrahan oder auch David Sanchez. Und Tuba-Virtuose Bob Stewart darf Jazz-Heroen wie Carla Bley, Gil Evans und Charles Mingus zu seinen Auftraggebern zählen.

Zu diesen weltweit gefragten Künstlern gesellen sich mit Robin Eubanks (Stevie Wonder, McCoy Tyner, Art Blakey) und Steve Turré (Santana, Ray Charles, Dexter Gordon) noch zwei erstklassige Posaunisten. Den Part an der Trompete hat Arturo Sandoval (Dizzy Gillespie) übernommen. Und in der Percussion-Abteilung zu guter Letzt finden wir mit Roberto Vizcaino (Steve Coleman), Horacio Hernandez (John Patitucci) und Giovanni Hidalgo (Freddie Hubbard, Mickey Hart) ebenfalls klangvolle Namen mit allerbesten Referenzen.

Mit diesen Topleuten hat J.P. Torres einen packenden Latin bzw. Cuban Jazz auf dem Sound-Stand unserer Tage aufgenommen. Er verbindet hier Stilelemente aus der alten Heimat Kuba raffiniert mit zeitgemäßen Klängen aus seinem heutigen US-Exil. Im Titel "Salt And Pepper" beispielsweise treffen Grooves aus Castro-Land auf topmoderne Jazztöne. "Aché" (ein Yoru-ba-Ausdruck für Glück, handwerliches Können, aber auch spirituelle Kraft) koppelt mitrei-ßende Rhythmusfiguren im ¾-Takt (!) mit frei angelegten Improvisationen. "Moonlight Sere-nade" ist eine originelle Cha-Cha-Cha-Adaption von Glenn Millers Evergreen. Der Swing-Standard "Pennsylvania 6-5000" erlebt eine verblüffende Mambo-Metamorphose. Und in "Slide Force" glänzen drei Posaunen und eine Tuba in einem geschmeidigen Blechbläser-Arrangement lateinamerikanischer Prägung.

Auf "Together Again" (Juntos Otra Vez)" kann Torres die Erfahrungen seines langen Künstlerlebens voll ausspielen. Schließlich hat er das Musizieren schon im Kindesalter von der Pike auf gelernt. Der 1946 in Puerto Padre geborene Kubaner wurde von seinem Vater zunächst auf dem Bombardino-Baritonhorn unterrichtet. Mit fünfzehn wechselte er zur Posaune und schloß sich der Kapelle Los Perversos an. Mitte der 60er Jahre zog er in die Hauptstadt Havanna. Dort studierte der Neuankömmling aus der Oriente-Provinz an der renommierten Escuela Nacional de Arte, anschließend praktizierte er das erlernte Wissen in diversen Hotel-Bands wie etwa der Formation von Octavio Sánchez Cotán. Im Frühjahr 1967 wurde er Mitglied der mittlerweile legendären Bigband Orquesta Cubana de Música Moderna, danach leitete er mit Algo Nuevo (= Etwas Neues) die erste eigene Gruppe. 1979 beauftragte man Torres – als Reaktion auf den Salsa-Boom in New York – dreißig der besten Musiker Kubas in einer Tanzband zu vereinen. Dieses Dreamteam namens Estrellas de Areito fusionierte gekonnt verschiedenste Klangtimbres von der Rum- und Tabakinsel. 1992 emigrierte Torres nach Amerika und traf dort mit Mario Bauzá, Paquito D'Rivera und dem jüngst verstorbenen Tito Puente zusammen. In Miami bzw. New Jersey nahm er mit "Trombone Man" (1995), "Pepper Trombone" (1997) und "Descarga Afrocubana" exzellente Platten unter eigenem Namen auf. Mit "Together Again" (Juntos Otra Vez)" legt Juan Pablo Torres nun den besten Longplay vor, den er bislang eingespielt hat – egal ob nördlich oder südlich des Golfstroms.

Titel
  • When Day Breaks
  • Slide Force
  • Salt And Peper
  • Ache
  • Moonlight Serenade
  • Torres And Ture
  • Pennsylvania 6-500
  • Yunfa
  • All Rhythem Ahead
  • Blowing Up